Stadtlauf Pinkafeld 2009 - 10000m

Wie (fast) jedes Jahr fand auch heuer wieder der traditionelle Pinkafelder Stadtlauf statt, diesmal bereits zum 17. Mal.Start zum 17. Pinkafelder Stadtlauf
Trotz hartem und auch anstrengendem OL Trainingslager bis Donnerstag in der Slowakei stellten sich auch einiger OL der Herausforderung.

Auch das Wetter zeigte sich heute wieder, wie schon die ganze Vorwoche, von seiner Besten Seite, mit Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen.

Start für den Hauptlauf über (offiziell) 10 Kilometer war um 10:00 Uhr.

 

Kurz nach dem Startschuß kristallisierte sich bereits ein kleines Spitzenfeld von ca. 5 Läufern heraus. Nach ca. 800 Metern verabschiedeten sich die ersten Läufer nach hinten, sodass wir bei Kilometer 1 nur noch zu dritt (Kusros Szadolcs (HUN), Pratscher Dieter (RLCA Bad Tatzmannsdorf) und ich) waren. Den ersten Kilometer passierten wir nach ca. 3:08 was trotz Steigung ein wenig über meinem geplanten Tempo von 3:12 pro Kilometer lag. Beim darauffolgenden Gefälle musste ich bereits feststellen, dass das angeschlagene Tempo etwas zu schnell für mich ist und ließ die beiden nach einer neuerlichen Temposteigerung alleine ziehen. Gegen Ende der ersten Runde konnte ich dann mit etwas Abstand miterleben wie der Ungar ein weiteres Mal das Tempo deutlich steigerte und sich auch von Dieter absetzen konnte. Meine ersten Gedanken waren, dass die Geldprämie für den Rundenschnellsten seine Wirkung zeigte und der Ungar sich mit aller Gewalt die ersten zehn Euro sichern wollte. Ich lief weiterhin mein eigenes Tempo weiter und hoffte insgeheim, dass es in ein zwei Runden ein wiedersehen geben würde.

Unter tobendem Applaus kam ich mehr oder weniger alleine als Dritter das erste Mal zum Start-/Zieldurchlauf. 7:49 min für die erste von vier 2,5 km Runden war eine gute Durchgangszeit, doch leider musste ich die nächsten Runde ein bißchen gemächler angehen. Auch die zweite Runde lief ich eher ein einsames Rennen diesmal jedoch etwas langsamer in einer Zeit von 8:14 min.
Auf der dritten Runde (8:15 Min) hörte ich im Bergabstück wie sich langsam aber sicher ein Läufer von hinten annähert, der dann gegen Ende der Runde aufschließen konnte und zeitgleich aber doch vor mir auf die letzte Runde ging. Ich hängte mich sofort an seine Ferse und versuchte so gut wie möglich den Windschatten auszunutzen. Nach 500 Metern bei der ersten Steigung erhöhte er das Tempo ein wenig, ich konnte aber problemlos mitsteigern und blieb somit in seinem Windschatten. Im nächsten Flachstück konnte ich wieder ein paar Kräfte sammeln die für die folgende Bergabphase sehr wertvoll waren. Von der Vorrunde wusste ich dass mein Konkurrent, im Vergleich zu mir, der schnellere im Bergablaufen ist, weshalb ich mich bereits auf eine neuerliche Tempoverschärfung einstellte. Wie vermutet passierte es dann auch und er versuchte sich von mir abzusetzen, was ihm aber nicht wirklich gelang. Lediglich 2-3 Meter war der gesamte Vorsprung den er aus dem Bergabstück mitnehmen konnte. Nach wenigen Metern konnte ich die Lücke wieder schließen und versuchte mich im Windschatten wieder ein wenig zu erholen. In diesem Moment passierten wir auch schon die 9 km Markierung sozusagen die "Flamme Rouge" unseres 10 km Wettkampfes. Dieser letzte Kilometer führt die Pinka entlang ganz leicht steigend zurück zur ca. 200 m langen Zielgeraden, der Bruckgasse.

Ich versuchte mir innerhalb der nächsten Sekunden eine passende Taktik zurechtzulegen wie ich versuchen werde meinen Konkurrenten abzuhängen. Letzendlich kam ich auf die Zieleinlauf von Markus Lang - HSV Pinkafeldzwei Alternativen "Schlussspurt" auf den letzten Metern in der Bruckgasse oder frühzeitige Attacke mit der Gefahr noch einen Einbruch zu erleiden.
Nach dem Motto "Nur nichts dem Zufall überlassen" entschied ich mich mein Heil in der Flucht zu suchen. Ich atmete im Windschatten ein letztes Mal tief durch und startete dann, mit dem Überraschungseffekt auf meiner Seite, meine Attacke. Wie in der Formel eins schoß ich aus dem Windschatten hervor um einen möglichst hohen Geschwindigkeitsunterschied mitzunehmen um jegliche Chance des "Anhängens" zu zerstören. Nach ein paar Metern bemerkte ich schon, dass mein Angriff nicht unerfolgreich war und ich bereits eine kleine Lücke aufreißen konnte. Da der Weg ins Ziel aber noch ein weiter war musste ich das Tempo weiterhin sehr hoch halten. Ich passierte die 500 Meter Markierung und kämpfte mich die letzten leicht steigenden Meter hinauf in die Bruckgasse. Vorletzte Kurve, hinein in die Zielgerade, der Blick nur nach vorne gerichtet um ja kein Zeichen von Schwäche aufkommen zu lassen steigerte ich ein letztes Mal das Tempo. Das Ziel ist schon fast zu sehen, nur noch um die letzte Kurve hinein in den Zielkanal. Unter großem Beifall der Zuschauer überquerte ich die Ziellinie. Geschafft, Dritter Gesamtplatz, zweitschnellster Österreicher mit einer Laufzeit von 32:09 und einer Schlussrunde von 7:49

Erster wurde der Ungar Kusros Szadolcs mit einer Zeit von 31:08, Zweiter Dieter Pratscher mit einer Zeit von 31:57. Mein Konkurrent in den letzten eineinhalb Runden, Jürgen Mock, wurde vierter mit einer Endzeit von 32:21.

Auch die weiteren Pinkafelder schlugen sich recht tapfer:
Wolfgang Siegert wurde insgesamt 4. Thomas Lang Gesamt 9. Helmut Gremmel gewann seine Klasse M19, Manfred Gamauf wurde Dritter in der Klasse M45.
Patrizia Stögerer wurde zweitschnellste Österreicherin und gewann überlegen die Klasse W20.

Link: Ergebnisse 17. Pinkafelder Stadtlauf

Fotos vom Stadtlauf 2009